Multimedia-Offensive für das Auto der Zukunft
Die Attraktivität zukünftiger Multimedia- und Telematikdienste hängt von zwei Faktoren ab: An erster Stelle steht eine einheitliche Hardware- und Software-Architektur, die die verschiedenen Techniken unter einem Dach zusammenführt. Gleichzeitig müssen aber auch die Bedürfnisse und Interessen des Autofahrers berücksichtigt werden.
Die erste Voraussetzung berührt direkt die Kompetenzen von Bosch als Automobilzulieferer. Da sämtliche Techniken im Hause beherrscht und deren Standards in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien und Kommissionen mitgeprägt werden, konzentrieren sich die Bosch-Forscher darauf, die unterschiedlichen Funktionen in ein Gesamtsystem zu integrieren. Herzstück ist eine einheitliche Software-Plattform, auf der die verschiedenen Multimedia- und Telematikapplikationen laufen. Die Software-Architektur garantiert, dass neue Anwendungen leicht implementiert werden können. Der Entwicklungsaufwand lässt sich dadurch deutlich verkürzen.
Darüber hinaus können neue Dienste von Automobilherstellern oder Drittanbietern bei der Konfiguration der Fahrzeuge im Werk, aber auch nach der Auslieferung nachgeladen werden.
Welche Dienste kommen in Betracht? Marktuntersuchungen haben ergeben, dass bei Autofahrern unter den Zusatzfunktionen die Fahrzeugsicherheit Priorität genießt, gefolgt von Verkehrsinformationen und Navigation. Von Interesse sind aber auch Dienste aus dem Bereich Mobilfunk und Mobile-Office, Unterhaltung sowie Mobile-Commerce.
Mit Blick auf diese Marktforschungsergebnisse erstellt die Bosch-Forschung Szenarien für den Einsatz der neuen Dienste. Daraufhin werden Konzepte entwickelt, um die erforderlichen Funktionen auf der Multimedia- und Telematikplattform zu implementieren. Dabei hat sich gezeigt, dass drei Funktionen wesentlich sind:
Ortsbestimmung: Die Information muss am richtigen Ort und zur richtigen Zeit an den Fahrer gelangen; außerdem muss für fast jede Sicherheitsanwendung die aktuelle Position des Fahrzeugs über Satellitenortung bekannt sein.
Personalisierung: Hier werden die mannigfaltigen Möglichkeiten eines Fahrerinformationssystems auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten.
Sprachsteuerung: Ohne Ablenkung des Fahrers vom Verkehrsgeschehen lassen sich damit per Sprachkommando Fahrzeugfunktionen abfragen oder Unterhaltungsmedien bedienen. Informationen (z.B. E-Mail) können vorgelesen werden.
In Forschungsprojekten haben Bosch-Mitarbeiter verschiedene Szenarien näher ausgearbeitet und die erforderlichen Funktionen in der betriebssystemunabhängigen Programmiersprache Java geschrieben.
Im europäischen Forschungsprojekt DRiVE hat Bosch mit Partnern gezeigt, wie auf einer Software-Plattform Navigationssystem und Mobiltelefon zusammenarbeiten können. Per Sprachsteuerung kann ein User-Interface bedient werden, um verschiedene Dienstleistungen auszuwählen. Beispielsweise einen City-Guide, der über aktuelle Veranstaltungen, aber auch nahe gelegene Restaurants oder Hotels informiert. Die Daten erhält das System über Mobiltelefon vom Internet-Portal eines Kfz-Herstellers, der seinen Kunden diesen Mehrwert anbieten will. Aber auch jeder ideenreiche Drittanbieter könnte auf den Zug aufspringen und beispielsweise ein Verzeichnis der regionalen Pizza-Restaurants verfügbar machen. Per Knopfdruck übernimmt das Navigationssystem die Ortskoordinaten des ausgewählten Restaurants und führt Fahrer und Fahrzeug dorthin.
Denkbar wäre auch, im Falle von Problemen auf der Reise über diese Technik eine Liste der nahe gelegenen Werkstätten, ärztlichen Dienste, Krankenhäuser oder auch der Anschlusszeiten von Zügen oder Flugzeugen ins Navigationsgerät zu holen.
Weitere Szenarien ergeben sich im Bereich Diagnose und Wartung. Sinkt zum Beispiel der Reifendruck während der Autobahnfahrt unter einen Schwellenwert, wird dies dem Fahrer in einem Display mitgeteilt. Obwohl mit modernen Reifen selbst im Falle eines Plattfußes noch etliche Kilometer zurückgelegt werden können, ist schon aus Sicherheitsgründen der nächstgelegene Reparatur- oder Reifendienst gefragt. Auf Tastendruck oder Sprachkommando stellt sich die neue Multimedia- und Telematikwelt in den Dienst des Hilfesuchenden.
Das Navigationssystem stellt mit seinem Satellitenempfänger den Standort des Fahrzeugs fest und übergibt diese Information per Mobiltelefon an einen Service-Provider. Der Provider sucht die für das defekte Fahrzeug nächstgelegenen Werkstätten heraus, prüft die erforderlichen Wartezeiten für einen Werkstatttermin und spielt dem Fahrer eine Liste zurück. Aufgelistet werden Name der Werkstatt, Entfernung und Wartezeit. Jeder Listeneintrag ist mit Ortskoordinaten für das Navigationssystem hinterlegt, die der Nutzer nicht sieht. Der Fahrer wählt das für ihn passende Angebot. Auf Kommando nimmt dann das Navigationssystem die Führung auf.
Der neue Industriestandard OSGi (Open Service Gateway initiative) garantiert, dass verschiedene Dienste und Applikationen einfach nachgeladen werden können und unabhängig von Computerhardware und aufsetzendem Betriebssystem funktionieren. Damit ist sichergestellt, dass jeder Automobilhersteller seine Dienste flexibel und effizient auf die unterschiedlichen Fahrzeugmodelle und Nutzergruppen abstimmen kann. Die Pannenhilfe über ein Call-Center ist ebenso möglich wie das oben beschriebene Szenario der Navigation zur nächsten Werkstatt.
Mit einer Schnittstelle zum so genannten CAN-Bus, der die Steuergeräte im Fahrzeug kontrolliert, kann bei einem Unfall ein Notruf über Mobilfunk abgesetzt werden, sobald die ABS- oder ESP-Sensoren in charakteristischer Weise angesprochen haben.
Auf ähnliche Weise ist eine Ferndiagnose möglich: Über Mobilfunk können Betriebsdaten von Steuergeräten ausgelesen werden. Ist eine Werkstattinspektion nötig, würde dies dem Fahrer mitgeteilt. Andererseits: Stellt die Ferndiagnose fest, dass zum Beheben einer Fehlfunktion ein Software-Update ausreicht, so ginge dies im Sinne einer Fernwartung durch „einfachen“ Download von einem berechtigten Service-Provider. Dann wäre selbst die Fahrt zur Werkstatt hinfällig.
Darüber hinaus können neue Dienste von Automobilherstellern oder Drittanbietern bei der Konfiguration der Fahrzeuge im Werk, aber auch nach der Auslieferung nachgeladen werden.
Welche Dienste kommen in Betracht? Marktuntersuchungen haben ergeben, dass bei Autofahrern unter den Zusatzfunktionen die Fahrzeugsicherheit Priorität genießt, gefolgt von Verkehrsinformationen und Navigation. Von Interesse sind aber auch Dienste aus dem Bereich Mobilfunk und Mobile-Office, Unterhaltung sowie Mobile-Commerce.
Mit Blick auf diese Marktforschungsergebnisse erstellt die Bosch-Forschung Szenarien für den Einsatz der neuen Dienste. Daraufhin werden Konzepte entwickelt, um die erforderlichen Funktionen auf der Multimedia- und Telematikplattform zu implementieren. Dabei hat sich gezeigt, dass drei Funktionen wesentlich sind:
Ortsbestimmung: Die Information muss am richtigen Ort und zur richtigen Zeit an den Fahrer gelangen; außerdem muss für fast jede Sicherheitsanwendung die aktuelle Position des Fahrzeugs über Satellitenortung bekannt sein.
Personalisierung: Hier werden die mannigfaltigen Möglichkeiten eines Fahrerinformationssystems auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten.
Sprachsteuerung: Ohne Ablenkung des Fahrers vom Verkehrsgeschehen lassen sich damit per Sprachkommando Fahrzeugfunktionen abfragen oder Unterhaltungsmedien bedienen. Informationen (z.B. E-Mail) können vorgelesen werden.
In Forschungsprojekten haben Bosch-Mitarbeiter verschiedene Szenarien näher ausgearbeitet und die erforderlichen Funktionen in der betriebssystemunabhängigen Programmiersprache Java geschrieben.
Im europäischen Forschungsprojekt DRiVE hat Bosch mit Partnern gezeigt, wie auf einer Software-Plattform Navigationssystem und Mobiltelefon zusammenarbeiten können. Per Sprachsteuerung kann ein User-Interface bedient werden, um verschiedene Dienstleistungen auszuwählen. Beispielsweise einen City-Guide, der über aktuelle Veranstaltungen, aber auch nahe gelegene Restaurants oder Hotels informiert. Die Daten erhält das System über Mobiltelefon vom Internet-Portal eines Kfz-Herstellers, der seinen Kunden diesen Mehrwert anbieten will. Aber auch jeder ideenreiche Drittanbieter könnte auf den Zug aufspringen und beispielsweise ein Verzeichnis der regionalen Pizza-Restaurants verfügbar machen. Per Knopfdruck übernimmt das Navigationssystem die Ortskoordinaten des ausgewählten Restaurants und führt Fahrer und Fahrzeug dorthin.
Denkbar wäre auch, im Falle von Problemen auf der Reise über diese Technik eine Liste der nahe gelegenen Werkstätten, ärztlichen Dienste, Krankenhäuser oder auch der Anschlusszeiten von Zügen oder Flugzeugen ins Navigationsgerät zu holen.
Weitere Szenarien ergeben sich im Bereich Diagnose und Wartung. Sinkt zum Beispiel der Reifendruck während der Autobahnfahrt unter einen Schwellenwert, wird dies dem Fahrer in einem Display mitgeteilt. Obwohl mit modernen Reifen selbst im Falle eines Plattfußes noch etliche Kilometer zurückgelegt werden können, ist schon aus Sicherheitsgründen der nächstgelegene Reparatur- oder Reifendienst gefragt. Auf Tastendruck oder Sprachkommando stellt sich die neue Multimedia- und Telematikwelt in den Dienst des Hilfesuchenden.
Das Navigationssystem stellt mit seinem Satellitenempfänger den Standort des Fahrzeugs fest und übergibt diese Information per Mobiltelefon an einen Service-Provider. Der Provider sucht die für das defekte Fahrzeug nächstgelegenen Werkstätten heraus, prüft die erforderlichen Wartezeiten für einen Werkstatttermin und spielt dem Fahrer eine Liste zurück. Aufgelistet werden Name der Werkstatt, Entfernung und Wartezeit. Jeder Listeneintrag ist mit Ortskoordinaten für das Navigationssystem hinterlegt, die der Nutzer nicht sieht. Der Fahrer wählt das für ihn passende Angebot. Auf Kommando nimmt dann das Navigationssystem die Führung auf.
Der neue Industriestandard OSGi (Open Service Gateway initiative) garantiert, dass verschiedene Dienste und Applikationen einfach nachgeladen werden können und unabhängig von Computerhardware und aufsetzendem Betriebssystem funktionieren. Damit ist sichergestellt, dass jeder Automobilhersteller seine Dienste flexibel und effizient auf die unterschiedlichen Fahrzeugmodelle und Nutzergruppen abstimmen kann. Die Pannenhilfe über ein Call-Center ist ebenso möglich wie das oben beschriebene Szenario der Navigation zur nächsten Werkstatt.
Mit einer Schnittstelle zum so genannten CAN-Bus, der die Steuergeräte im Fahrzeug kontrolliert, kann bei einem Unfall ein Notruf über Mobilfunk abgesetzt werden, sobald die ABS- oder ESP-Sensoren in charakteristischer Weise angesprochen haben.
Auf ähnliche Weise ist eine Ferndiagnose möglich: Über Mobilfunk können Betriebsdaten von Steuergeräten ausgelesen werden. Ist eine Werkstattinspektion nötig, würde dies dem Fahrer mitgeteilt. Andererseits: Stellt die Ferndiagnose fest, dass zum Beheben einer Fehlfunktion ein Software-Update ausreicht, so ginge dies im Sinne einer Fernwartung durch „einfachen“ Download von einem berechtigten Service-Provider. Dann wäre selbst die Fahrt zur Werkstatt hinfällig.