Editorial

Videosensorik Technik mit Zukunft

90 Prozent der Information nimmt der Mensch mit den Augen auf. Zusammen mit dem Gehirn bilden sie ein extrem leistungsfähiges und vielseitiges Wahrnehmungssystem. Folglich nutzen immer mehr technische Systeme dieses Erfolgsmodell mit stets ähnlichem Grundprinzip: Das Bild der Umgebung wird mittels einer Optik auf einen CCD- oder CMOS-Sensorchip projiziert, in elektrische Signale umgewandelt und anschließend in einer Auswerteeinheit verarbeitet. Viele Grundaufgaben werden dabei mit universell einsetzbaren Basisalgorithmen gelöst.

Die technischen Herausforderungen liegen in den Anforderungen der diversen Applikationen. Videosensoren werden schon lange in der Produktions- und Automatisierungstechnik eingesetzt. In den letzten Jahren haben sie für Komfort- und Sicherheitsanwendungen bei Fahrerassistenz- und Überwachungssystemen an Bedeutung gewonnen. Je nach Anwendungsfall werden Einzelbilder oder Bildsequenzen ausgewertet. Die Komplexität reicht dabei von der reinen Darstellung des Bildes über Detektion, Verfolgung und Klassifikation von Bildobjekten bis hin zur Szeneninterpretation.

Die existierenden effizienten und robusten Bildverarbeitungsalgorithmen werden zukünftig mit der bildverarbeitungsnahen „Informationsfusion“ – z.B. mit Audio-, Ultraschall- oder Radar-Sensoren – im rasant wachsenden Markt der Videosysteme weitere Potenziale erschließen.